Gefäßerkrankungen: Durchblutung prüfen und Risiken einordnen
Gefäßerkrankungen entwickeln sich häufig schleichend. Eine Verengung oder Verkalkung der Arterien kann lange unbemerkt bleiben – oder sich zunächst durch Beschwerden beim Gehen, kalte Füße, Wadenkrämpfe oder eine nachlassende Belastbarkeit der Beine zeigen.
In unserer Praxis bieten wir eine orientierende Diagnostik zur Abklärung von Gefäßerkrankungen an. Ein wichtiger Baustein ist die Messung des Knöchel-Arm-Index, kurz ABI. Damit lässt sich prüfen, ob Hinweise auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bestehen – also auf eine Durchblutungsstörung der Beinarterien.
Der ABI-Wert vergleicht den Blutdruck am Bein mit dem Blutdruck am Arm. So entsteht ein Messwert, der hilft, die Durchblutung der Beine einzuschätzen und mögliche Gefäßveränderungen frühzeitig einzuordnen.
Wann ist eine Gefäßdiagnostik sinnvoll?
Eine Abklärung von Gefäßerkrankungen ist besonders sinnvoll, wenn Sie …
- beim Gehen Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder im Gesäß bemerken
- beim Laufen häufiger stehen bleiben müssen, weil die Beine schmerzen oder schwer werden
- kalte Füße, Taubheitsgefühle oder eine auffällige Durchblutung der Beine haben
- schlecht heilende Wunden an Füßen oder Unterschenkeln bemerken
- Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder Rauchen mitbringen
- bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder bekannte Gefäßveränderungen haben
- familiär mit Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbelastet sind
- Ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko besser einschätzen lassen möchten
- eine auffällige Voruntersuchung abklären lassen möchten
Nicht jede Gefäßerkrankung macht sofort deutliche Beschwerden. Gerade deshalb kann eine gezielte Untersuchung sinnvoll sein, wenn Risikofaktoren bestehen oder erste Hinweise ernst genommen werden sollen.
Was wir anbieten
Wir führen in unserer Praxis eine orientierende Gefäßdiagnostik durch, insbesondere zum Ausschluss oder zur Abklärung einer möglichen arteriellen Verschlusskrankheit.
Ein zentraler Bestandteil ist die ABI-Messung. ABI steht für „Ankle-Brachial-Index“, auf Deutsch: Knöchel-Arm-Index. Dabei wird der systolische Blutdruck am Knöchel beziehungsweise an den Fußarterien mit dem systolischen Blutdruck am Oberarm verglichen.
Zur Untersuchung gehören:
- Messung des Blutdrucks an beiden Oberarmen
- Bestimmung des höheren Oberarmdrucks als Referenzwert
- Messung der Druckwerte an den Beinarterien
- Doppler-Messung der arteriellen Pulsation
- Berechnung des ABI-Wertes für die rechte und linke Körperseite
- verständliche Einordnung des Messergebnisses
- Besprechung möglicher weiterer Schritte
Gemessen wird unter anderem an Arterien des Arms und der Beine. An den Beinen können dafür zum Beispiel die hintere Schienbeinarterie und die Fußrückenarterie genutzt werden. Mit einer Doppler-Sonde wird hörbar gemacht, wann die arterielle Pulsation wieder einsetzt. So lässt sich der systolische Druckwert zuverlässig bestimmen.
Was der ABI-Wert bedeutet
Der ABI-Wert beschreibt das Verhältnis zwischen dem Blutdruck am Bein und dem Blutdruck am Arm. Vereinfacht gesagt: Er zeigt, ob der Blutdruck in den Beinarterien im Verhältnis zum Arm unauffällig ist oder ob es Hinweise auf eine Durchblutungsstörung gibt.
Der Wert wird als Quotient berechnet:
Blutdruck am Unterschenkel geteilt durch Blutdruck am Oberarm = ABI-Wert
Werte zwischen etwa 0,9 und 1,3 gelten in der Regel als unauffällig. Werte unter 0,9 können auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hinweisen. Dabei sind die Arterien häufig durch Ablagerungen verengt oder verhärtet, sodass die Durchblutung eingeschränkt sein kann.
Ein Beispiel:
Wenn am Oberarm ein systolischer Blutdruck von 122 mmHg gemessen wird und am Bein ein Wert von 98 mmHg, ergibt sich:
98 : 122 = 0,80
Ein ABI-Wert von 0,80 wäre auffällig und könnte den Verdacht auf eine pAVK unterstützen. Das Ergebnis wird jedoch nie isoliert betrachtet, sondern immer zusammen mit Ihren Beschwerden, Risikofaktoren und weiteren Befunden eingeordnet.
Warum die Untersuchung über die Beine hinaus wichtig sein kann
Eine arterielle Verschlusskrankheit betrifft häufig nicht nur eine einzelne Gefäßregion. Gefäßverkalkungen können ein Hinweis darauf sein, dass auch andere Gefäßbereiche belastet sind – zum Beispiel die Halsgefäße, die Bauchschlagader oder die Herzkranzgefäße.
Ein auffälliger ABI-Wert kann deshalb nicht nur für die Durchblutung der Beine wichtig sein, sondern auch für die Einschätzung des allgemeinen Herz-Kreislauf-Risikos. Dazu gehören unter anderem Risiken für Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Wenn sich Hinweise auf eine weitergehende Gefäßerkrankung ergeben, besprechen wir mit Ihnen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Das können Verlaufskontrollen, ergänzende Ultraschalluntersuchungen oder eine fachärztliche Weiterbeurteilung sein.
So läuft der Termin ab
Damit Sie wissen, was Sie erwartet:
- Kurzes Gespräch & Einordnung: Wir besprechen Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, Risikofaktoren und vorhandene Befunde.
- Messung an Armen und Beinen: Der Blutdruck wird an beiden Oberarmen und an den Beinarterien gemessen. Zur Darstellung der Pulsation verwenden wir eine Doppler-Sonde.
- Berechnung des ABI-Wertes: Aus den gemessenen Druckwerten wird der Knöchel-Arm-Index berechnet. Er zeigt das Verhältnis zwischen Blutdruck am Bein und Blutdruck am Arm.
- Besprechung des Ergebnisses: Wir erklären Ihnen verständlich, ob der Befund unauffällig ist oder ob Hinweise auf eine Durchblutungsstörung bestehen. Bei Bedarf besprechen wir weitere Kontrollen oder Überweisungen.
Vorbereitung & Dauer
Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht notwendig.
Hilfreich ist es, wenn Sie Folgendes mitbringen:
- aktuelle Medikamentenliste
- relevante Vorbefunde, Arztbriefe oder Laborwerte
- Informationen zu bekannten Herz-Kreislauf- oder Gefäßerkrankungen
- falls vorhanden: Blutdruckwerte oder Messprotokolle
Die Untersuchung dauert typischerweise etwa 15 – 30 Minuten, je nach Fragestellung und Befund.
Was Sie danach in der Hand haben
Nach der Untersuchung erhalten Sie:
- eine verständliche Einordnung Ihrer Durchblutungssituation
- den gemessenen ABI-Wert als orientierenden Befund
- eine Einschätzung, ob Hinweise auf eine pAVK bestehen
- Klarheit darüber, ob weitere Diagnostik sinnvoll ist
- bei Bedarf eine Empfehlung für weitere fachärztliche Abklärung
Da Gefäßerkrankungen häufig nicht nur eine einzelne Körperregion betreffen, kann bei auffälligen Befunden eine weiterführende Kontrolle sinnvoll sein – zum Beispiel der Halsgefäße, der Bauchschlagader oder eine kardiologische Abklärung.
Kosten & Erstattung
Die Kosten und die Erstattung hängen von der medizinischen Fragestellung, der Indikation und Ihrer Versicherungssituation ab.
Wir klären vorab mit Ihnen, ob die Untersuchung im Rahmen der hausärztlichen Versorgung erfolgt oder ob eine ergänzende Leistung entsteht. Mögliche Kosten werden transparent besprochen, bevor sie anfallen.
Nächster Schritt
Wenn Sie Beschwerden an den Beinen haben, Risikofaktoren mitbringen oder Ihre Durchblutung abklären lassen möchten:
→ Termin vereinbaren oder kurz Kontakt aufnehmen – wir prüfen gemeinsam, welche Diagnostik für Sie sinnvoll ist.
Wir beraten Sie gerne – sprechen Sie uns an!
Vereinbaren Sie einen Termin und wir klären gemeinsam, welche Leistung zu Ihrem Anliegen passt.
FAQ
Häufig gestellte Fragen zur Untersuchung
Nein. Die Untersuchung ist nicht invasiv. Sie ähnelt einer Blutdruckmessung, ergänzt durch eine Doppler-Sonde zur Messung der arteriellen Pulsation.
Ein niedriger ABI-Wert kann ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung der Beinarterien sein. Das Ergebnis wird immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden, Risikofaktoren und weiteren Befunden eingeordnet.
Nein. Ein auffälliger Wert ist zunächst ein Hinweis, den wir ernst nehmen und weiter einordnen. Je nach Befund können Verlaufskontrollen oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Gefäßveränderungen können mehrere Gefäßbereiche betreffen. Deshalb kann ein auffälliger ABI-Wert auch Anlass sein, das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko genauer zu betrachten.
Wir besprechen die Bedeutung des Befundes in Ruhe mit Ihnen. Je nach Situation empfehlen wir weitere Diagnostik, eine Verlaufskontrolle oder eine fachärztliche Abklärung.
